Schon zu Beginn des 19. Jahrhundert befassten sich Männer, die der Musik zugetan waren, mit der Absicht, in Schapbach eine Musikgesellschaft zu bilden. Die ersten Bemühungen scheiterten jedoch an den Vorstellungen des damaligen Pfarrers Markus Benner (gest. 28.6.1818), der ein großer Liebhaber des Singens war.

Bereits im Jahre 1805 haben sich 3 Söhne des Ferdinand Armbruster, Bauer unter der Kirche (heutiger Ferdishof), mit Musik beschäftigt. Es waren dies: Fidel, Johannes und Jakob Armbruster. Mit diesen haben Michael Zanger (1788-1857) von der Bäckerei bei der Kirche und Andreas Lehmann, Drechsler, sich zu einer Musikgemeinschaft vereinigt und alle fünf haben miteinander die Tanzmusik erlernt. Die 5 Musikanten wollten sich auch mit den Sängern zu einer Chor-Kirchenmusik vereinigen. Dies scheiterte aber am damaligen Organisten Melchior Schrempp (gest. 1813), welcher von Musik wenig verstand und von Pfarrer Benner nicht in Verlegenheit gebracht werden wollte. Das Spiel des Quintetts in der Kirche bot sich deshalb an, weil ab 1805 die Orgel für einige Jahre unbespielbar war wegen eines Anbaus an den hinteren Teil der Kirche.

Das Jahr 1818 war jedoch ein gesegnetes Jahr. Nach dem Tod von Pfarrer Benner wurde die Bildung einer Musikgesellschaft wieder zur Sprache gebracht und es ist dann auch mit „der Musik“ wieder begonnen worden.

Am 8.8.1818 hat den Fidel Armbruster, verheiratet und Krämer (ehemaliges Kaufhaus Valeri), Accisor, Zoller und Gemeinderechner, seine frühere Lust zur Musik wieder aufs Neue angefallen und er hat sich vorgenommen, die Triebfeder zur Errichtung einer Musik sein zu wollen. Er hat sich dann zuerst mit seinem Kameraden Michael Zanger, Klarinetten- und Violinspieler nach Noten und Liebhaber von Musik beredet, wie und welche Art man „eine Musik“ errichten könne. Weiter wurde der damalige Schullehrer, Organist und Violinspieler Leonhard Klump hinzugezogen. Alle drei waren sich in ihrem Vorhaben einig.

Am 14.8.1818 hat man dann diejenigen, die am Musizieren interessiert waren, zu einer Versammlung zusammengerufen. Nach einigem dafür und wider wurde schließlich beschlossen, eine Musikgesellschaft zu gründen. Dieser Musikgesellschaft sind beigetreten:

  1. Fidel Armbruster (Krämer)
  2. Michael Zanger (Bäcker) ledig
  3. Leonhard Klump (Schullehrer und Mesner)
  4. Johannes Armbruster (Bauer)
  5. Georg Herrmann (Bauer)
  6. Andreas Lehmann (Drechsler)
  7. Wendel Armbruster (Taglöhner)
  8. Cölestin Zanger (Bäcker) ledig

Dann kamen noch zwei weitere dazu, die von Musik nichts verstanden

  1. Georg Lehmann (Krämerssohn)
  2. Josef Schmieder (Zollers vor Wildschapbach) ledig

In dem damaligen Bericht heißt es wörtlich:

„Diese zehn Männer haben den Schluss gemacht,
einen für den andern, einer für alle und alle wie einer!“

Man beschloss, Klarinetten, „Bückolo“, Pfeifen, Waldhörner und Trompeten aus Straßburg zu beziehen.
In einer Versammlung am 14.10.1818 traten 4 weitere Männer der „Musikgesellschaft“ bei, nämlich:

  1. Jakob Armbruster, verheirateter Schreiner
  2. Benedikt Sassauer, ledig
  3. Johannes Armbruster, ledig
  4. Vinzenz Wiegand, ledig

Die Musikgesellschaft hatte nun 14 Mann und wurden von den „Instrumentenlehrmeistern“ Leonhard Klump und Michael Zanger einstudiert. Als Vorstand funktionierte der „Krämerfidele“ Fidel Armbruster.

Am 6. März 1819 war die Musikergesellschaft so groß, dass man beschloss, eine „Türkische Feldmusik“ einzurichten.

Der Vorstand Fidel Armbruster mit seinen beiden Dirigenten Klump und Zanger hatten trotz mancher Meinungsverschiedenheiten es verstanden, die Musik auf einen guten Leistungsstand zu bringen. Fidel Armbruster war mit seinem ganzen Herzen bei der Musik. Es wurden neue Instrumente gekauft und alte ausgebessert. Wenn kein Geld vorhanden war, versuchte man es bei einem Musikalien-Leihgeschäft.

In diesem Zusammenhang ist nachstehender Brief im Originaltext interessant, der lautet:


Schapbach, den 23. Dezember 1819

Hochgeehrter Herr Josef V. Salvini!

  1. Dass mir Musik verlangen; bevor mir aber dieselben verlangen, muss und wird die Musikgesellschaftsverhältnis geklärt, und was für einen Dur mir haben.
  2. Wie viel und was für Instrumente mir haben, wie die Musikstück gerichtet sollen sein.
  3. Nur 2 sind ziemlich gelehrt, die übrigen sind nur die Hälfte fähig, ein bisle Noten lesen zu können. Doch darf das schon Gelehrte gezeigt werden.
  4. Wegen öffentlichen Ausschreiben von dem Herrn Josef V. Salvini aus Karlsruhe ist 2 Märsche, 1 Tanz, 1 Chor-Kirchenstück, sehr leicht, doch reizend für das Gehör, zu schicken.
  5. Zu dem Stück verlangen wir einen Katalog und eine billige Rechnung.
  6. Durch Zurückschickung dieser Stücke wird das Geld franko überschickt und wenn das Geschickte uns passend ausfällt, wird auch die Erklärung für wenigstens ein Jahr gegeben werden, ob man sich einschreiben lässt oder nicht.

Ergebenste Musikgesellschaft

Bereitwilliger Diener

Fidel Armbruster, Direktor